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Wenn Fußballtrainer ausrasten

Gepostet von Titan am Dez 6, 2011 in Fussballspieler

Wer kennt sie nicht, die Wutrede vom ehemaligen Bayerntrainer Giovanni Trapattoni, die es im März 1998 in nicht einmal drei Minuten zum Kult schaffte. Sein “Ich habe fertig” wurde quasi zum geflügelten Wort. Dabei ist es gar nicht einmal so selten und nicht nur auf den Fußballsport beschränkt, dass Trainer nach einem Spiel oder während einer Pressekonferenz ausrasten.

Ausraster der Trainer als emotionales Überdruckventil

Der Druck, der besonders auf Fußball-Coaches liegt, ist schier unvorstellbar. Selbst wenn die Mannschaft oder Einzelspieler gnadenlos schlecht spielen, erwartet man vom Coach immer noch, dass er eine siegfähige Elf auf den Platz bringt. Geschieht dies nicht, steht nicht selten der Trainer als erstes Mannschafts- und Vereinsglied in der Schusslinie von Fans und den Medien. Diese psychische Belastung löst sich in der bekannten und oft gehörten Wutrede. Als Zuschauer erlebt man förmlich am eigenen Leib, wie sich im Verlauf eines solchen Ausrasters die Anspannung vom Fußballtrainer löst. Eine Brandrede als Quasi-Urschrei.

Gerade berühmte Trainer im Medienfokus reden sich häufig in Rage

Weitere Fußballtrainer neben Giovanni Trapattoni, die für ihre Ausbrüche vor laufenden Kameras bekannt sind, sind Christoph Daum und Werner Lorant. Gerade Daum konzentrierte sich dabei vorwiegend auf die Medien, denen er unseriöse Berichterstattung vorwarf. Legendär und widersprüchlich sind die Wutreden von Werner Lorant, die er als Trainer von Unterhaching hielt. Vor den Medienvertretern sagte er einst: „Ich bin überhaupt nicht sauer, aber das kotzt mich an hier langsam”.

Nationaltrainer unter Druck

Das größte Medienecho nach dem Ausraster von Giovanni Trapattoni, verbuchte Rudi Völler in einem Interview mit Waldemar Hartmann von der ARD. Damit konfrontiert, dass die Mannschaft Standfußball gespielt habe, konterte Völler krachend mit den Worten “Du sitzt hier locker und hast drei Weißbier getrunken”, was Hartmann sichtlich konsternierte. Das Beispiel Rudi Völler zeigt jedoch sehr deutlich auf, dass Trainer sich mit einer Wutrede nicht nur massiv Luft verschaffen, sondern sich mit einem solchen Ausraster auch vor das eigene Team stellen und die Medienaufmerksamkeit auf sich ziehen.
Foto: Starpress

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